Die ersten Schritte Richtung Fotograf

Die ersten Schritte Richtung Fotograf

Foto von der fantastischen Sophia Langner.

Was für ein Jahr das gewesen ist

Ja der Fotograf mit einem Haufen Anglizismen und Rechtschreibfehlern ist zurück. Diesmal sogar mit etwas Persönlichen, denn während mein „Blog“ im letzten Jahr etwas geschlafen hat, hat sich meine kleine Welt (namentlich München) weitergedreht und mir dabei beinahe den Kopf verdreht.

Neben einer neuentdeckten aufflammenden Liebe für das Subelektro-Genre der New (old) Synthwave-Musik konnte ich ganz tief in die Fundamente des Lokaljournalismus eintauchen. Bei einem Anzeigenblatt mit immerhin einer halben Millionen wöchentlicher Ausgaben tummelte ich mich bei meinen zahlreichen wöchentlichen Überstunden auf Bezirksausschüssen herum.

Weswegen ich meine späten Abendstunden damit verbracht habe, die langsame, persönliche und diskussionsfreudige unterste Stufe unserer Demokratie kennenzulernen. Und erstaunlicherweise fand ich das Ganze auch noch richtig interessant!

Für ein Anzeigenblatt zu arbeiten hatte so einen gewissen Underdogflare, man wusste, dass man nicht zu den „Großen“ gehört, man wusste, dass man nicht den Fame oder dem Prestige hat aber genau deswegen konnte man genüsslich in sich reinschmunzeln, wenn man dann doch vor der SZ/TZ oder AZ eine Story gedruckt hat, die sie erst Tage später für sich entdeckt hatten.

Besonders herausfordernd war dabei, dass man eigentlich mehrere Jobs gleichzeitig gemacht hat. Da war man Sekretär, Journalist, Fotograf und Layouter gleichzeitig.

Doch leider sollte nichts werden aus der Karriere zum Lokaljournalisten.

Beste Team - schwierige Strukturen

Das wird hier keine schriftliche Abrechnung mit meinen ehemaligen Chefredakteuren, wenn überhaupt möchte ich unterstreichen, wie dankbar ich für meine fantastischen, engagierten und lustigen Kollegen bin, die ich bei meinem halben Jahr als Lokaljournalist kennenlernen durfte. Und wenn ich etwas bereue bei der Entscheidung aufzuhören, dann das, dass ich diese Menschen nicht mehr als meine Kollegen in meinen Leben haben darf.

Es war eine Arbeitserfahrung, die die Bezeichnung „ins kalte Wasser geschmissen werden“ mehr verdient hat  als irgendeine andere, die ich in meinen Leben zuvor machte und ohne dieses starke Team, wäre mein Ausflug in diesen interessanten Beruf noch kürzer gewesen.

Ich bin gegangen einzig wegen den eingefrorenen Strukturen. Es ist keine gute Entscheidung eine Ausbildung in einer Branche wie den Lokaljournalismus, die es in den kommenden Jahren schwerer haben wird anzufangen. Besonders in einem Medium wie der Printzeitung, die im Anbetracht der steigenden Popularität von Online-Content weiter an Bedeutung verlieren wird. Das ganze noch mit der Kirsche auf der Schaumkrone: Kein Rückhalt oder Offenheit für neue Medien seitens der Leitung. Ich hab schon viel bereut aber diese Entscheidung kein bisschen. Ich bin dankbar für die harte Schule und die Erfahrung aber ohne eine Zukunftsperspektive außerhalb des Ladens, lohnt es sich schlicht nicht.

Operation Selbstständigkeit als Fotograf

Daniel, der Autor des Arikels, befindet sich auf einer Treppe, die Hinunter in eine U-Bahn führt, japanische Zeichen lassen darauf schließen, dass das Foto in Japan aufgenommen wurde. Er wird begleitet von einem jungen Franzosen, der ebenfalls in die Kamera schaut. Daniel trägt eine bunte Jacke, einen Bart und seine Haare sind von Wind verwuschelt.
Um ein Reiseportfolio für meine Fotografen-Website anzulegen, bin ich gegen Ende letzten Jahres auch noch Japan gereist.

Bye bye Büroalltag, es war eine kurze Liebe – intensiv, anstrengend, witzig, spannend und definitiv lehrreich.

Die neue Idee; drei Standbeine aus Gastro, Fotografie und Journalismus – am besten mit den Menschen die mir taugen und selbstständig. Im Nachhinein betrachtet würde ich mir sagen „TRÄUM WEITER!“ und ich würde antworten; „ok, mach ich“.

Die Idee war schnell gefasst und einfach formuliert aber die Durchführung… Website erstellen, Facebook-Gruppen anmelden, Equipment kaufen (Objektive, Licht, etc.), Lernvideos suchen und konsumieren, Marktanalyse und so weiter: Also schlicht ein riesiger Rattenschwanz und habe ich erwähnt, dass ich noch nicht einmal das Thema Steuern angerissen habe? Das wird mein kleines Weihnachtsgeschenk dieses Jahr.

Also fassen wir zusammen, im Moment schaut es folgendermaßen aus:
   – kein Geld
   – keine Aufträge
   – kaum Reputation
Und ich kann immer noch sagen, es ist sau geil!

Es fühlt sich zwar gelegentlich völlig überfordernd aber die Chance, wirklich etwas Eigenes aufzuziehen, Menschen zu treffen, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben und mit Ihnen zusammenzuarbeiten, die Erfahrungen zu sammeln und jede Woche aufs neue zu struggeln, wie zum Teufel man jetzt wieder weiter machen soll, fühlt sich verdammt lebendig an!

Und darum wird sich dieser Blog jetzt auch ein wenig drehen; die Erfahrungen, die ich auf diesem Weg machen werde, die Schwierigkeiten die sich mit in den Weg stellen und die kleinen Abenteuer, die zwangsweise passieren.

Danke fürs Lesen und habt einen wundervollen Tag

Daniel



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